*Matthias Dell**

Matthias Dell arbeitet als Filmkritiker und ist freier Mitarbeiter beim Deutschlandradio, Zeit-Online (wöchentliche Tatort-Kolumne „Obduktionsbericht"), Cargo, spiegel.de. Seine Buchveröffentlichungen umfassen die Titel „'Herrlich inkorrekt'. Die Thiel-Boerne-Tatorte" (Bertz+Fischer, 2012), „Über Thomas Heise" (Vorwerk 8, 2014, mit S. Rothöhler), „Duisburg – Düsterburg. Werner Ruzicka im Gespräch" (Verbrecher, 2018, mit S. Rothöhler).

Die wollen nur spielen

Der Dokumentarfilm „Lord of the Toys" von Pablo Ben Yakov und André Krummel erzählt von rechten YouTubern in Dresden, von Verlorenheit, Aggressivität, schlecht bezahlter Lohnarbeit. Auf dem letztjährigen Dokumentarfilmfestival in Leipzig ist der Film dafür mit einem Preis ausgezeichnet worden – ungeachtet der Kritik, die ihn begleitet: dass damit rechtsextremen und menschenverachtenden Positionen und Protagonisten Raum gegeben werde. Begründet wurde der Preis u.a. mit dem Verzicht auf den berühmten „Zeigefinger“. Genau zwischen diesem „Zeigefinger“ und einem analytisch-reflektierend-einordnenden Ansatz liegt aber der Raum der Nuancen. In einem kurzen Vortrag soll es um eben diese Nuancen gehen. Statt den verhärteten Diskurs zu befeuern, möchte ich anhand von Ausschnitten und Referenzmaterial aus anderen Dokumentarfilmen den Blick auf die filmischen Mittel lenken, mit denen die Macher ihre Protagonisten portraitieren und was diese politisch über das Dokument aussagen.