Symposium Nuances Now

Begleitend zur diesjährigen Filmwerkschau findet das 5. DOKUARTS-Symposium statt, das sich unter anderem mit der Aktualität der Nuance auseinandersetzt und deren Bedeutung für das dokumentarische Filmemachen diskutiert.

Für Theodor W. Adorno war die Nuance verwandt mit dem „Inkommensurablen“, sie war für ihn der „Neuschnee, in welchem noch keine Intentionen ihre Spuren hinterlassen haben“. Nuancen zeigten Walter Benjamin neue Wege der Erinnerung und Erkenntnis auf, wie in der Berliner Chronik formuliert und viel zitiert: „Wer einmal den Fächer der Erinnerung aufzuklappen begonnen hat, der findet immer neue Glieder, neue Stäbe, kein Bild genügt ihm, denn er hat erkannt: es ließe sich entfalten, in den Falten erst sitzt das Eigentliche: jenes Bild, jener Geschmack, jenes Tasten um dessentwillen wir dies alles aufgespalten, entfaltet haben; und nun geht die Erinnerung vom Kleinen ins Kleinste, vom Kleinsten ins Winzigste und immer gewaltiger wird, was ihr in diesen Mikrokosmen entgegentritt.“
Für Roland Barthes war die Nuance gar Lebenskonzept.

Wo gibt es Verbindungen zwischen diesen Philosophien und der Ästhetik und Politik von Dokumentarfilmen? Wie und wann entstehen Nuancen beim dokumentarischen Filmemachen? Warum sind sie wichtig und welche Schwierigkeiten bereiten sie? Worin besteht die Poesie, das „Inkommensurable“ von künstlerischer Arbeit und wie lassen sich diese mit der Kamera einfangen?

Datum Freitag, 11. Oktober 2019, 14–18 Uhr (anschließend Filmprogramm mit Gästen)
Ort Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin
Konferenzsprache Deutsch und Englisch

Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos, Anmeldungen werden erbeten unter info@doku-arts.de

Der detaillierte Zeitplan steht in der rechten Spalte als Datei zum Download bereit.

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Teilnehmer*innen und Vorträge

Keynote Nuance und 'Die Botanik der Begierde'

Sarah Cooper, Professorin für Filmwissenschaft am King’s College London

Die wollen nur spielen

Matthias Dell, Film-, Fernseh- und Theaterkritiker, u.a. für Deutschlandradio, zeit.de, spiegel.de, Cargo

Im Modus des Zweifelns: Dokumentarische Rekonstruktion und Indizien-Befragung

Britta Hartmann, Professorin für Filmwissenschaft / Audiovisuelle Medienkulturen an der Universität Bonn

Das GROßE kleine

Christoph Hübner, Autor, Regisseur, Produzent

Ich & mein Schatten

Rania Stephan, Künstlerin und Filmemacherin

Moderation des Symposiums:
Bert Rebhandl (Journalist und Autor, Filmkritiker, u.a. für die FAZ; Mitherausgeber Cargo Film Medien Kultur)