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Arcadia

„Im Herzen der englischen Landschaft lebte einst eine holde Maid, die trotz aller Mühe nicht in das sie umgebende Land passen wollte.“ Arcadia – gespeist aus historischem Archivmaterial des British Film Institutes – beginnt mit experimentellen Zeitrafferbildern von langsam wachsenden Wurzeln und Nahaufnahmen erblühender Blumen, bevor die Kamera zu konventionelleren Bildern von Kirchtürmen, gepflügten Feldern und bukolischem Dorfleben schwenkt. Der Filmanfang beschwört die einstige Idylle britischen Lebens und man fragt sich gespannt, wie lange der Film in dieser idealisierten Welt verweilen wird, bevor er in dunklere, beunruhigende Gewässer taucht. Wright arbeitet mit dem ständigen Wechsel von Stimmungen (Wunder, Hoffnung, Entsetzen, Verfall) und doch erhält er während des gesamten Films den lyrischen Ton - selbst dort, wo es um Gewalt geht. Der suggestive, sich zwischen Volksgesängen und komplexen Choralmelodien bewegende Soundtrack von Adrian Utley (Portishead) und Will Gregory (Goldfrapp) hat daran entscheidenden Anteil.

(mlf)

Paul Wright

Paul Wright, der in einem kleinen Küstendorf an der East Neuk of Fife aufwuchs, war immer schon von kreativer Leidenschaft getrieben. Nachdem er mit dem Zeichnen und Malen begann, fand er schließlich zum Film. Bewaffnet mit einem unzuverlässigen VHS Rekorder, wagte er sich allein zum einsamen Strand oder in die nahegelegenen Wälder um seltsame kleine Filme über die Textur des Meeres oder das Licht in den Wäldern zu drehen, die niemand jemals zu Gesicht bekam. Die Leidenschaft für den Film wuchs mit Wrights Besuchen in den Großstädten Glasgow, Edinburgh und Dundee, wo er sich auf die Suche nach alten VHS Kassetten von Filmen begab, die er nicht immer verstand, mit denen er sich aber dennoch tief verbunden fühlte. In dieser Zeit wurde er in das Werk von Filmemachern wie Werner Herzog, Aljandro Jodorowsky und Andrej Tarkovsky eingeführt, die ihm die Möglichkeiten des Kinos aufzeigten. Er studierte Film in Glasgow und schließlich am NFTS in Beaconsfield. Paul Wrights Kurzfilme wurden weltweit auf Festivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem bei den BAFTAs (Best Short Film) und mit dem Pardi di domani (Leoparden von morgen) in Locarno.