The Eyes of Orson Welles

Wie seine Zeitgenossen Eisenstein, Cocteau und Fellini so hat auch Orson Welles „mit den Augen gedacht“. Im Bereich des Theaters und Films gilt Welles als ein „Magier“. Aber er war auch ein geübter, scharfsichtiger Karikaturist, der Briefe, Tagebücher und Postkarten mit (hinterhältig-witzigen) Porträts seiner Mitmenschen verzierte. In einer faszinierenden Dokumentation, die erstmals mit Material aus dem Archiv von Welles’ Tochter und Alleinerbin Beatrice arbeitet, stellt Mark Cousins diese Seite des Künstlers mit großer Sympathie vor. Sein ungewöhnlicher Film verzichtet auf Kommentare und Interviews. Stattdessen adressiert er - ein wenig im Stil des späten Chris Marker - eine Art Brief aus der Gegenwart an den Regisseur und fragt sich: Auf welche Weise würde Welles sich heute ausdrücken?
The Eyes of Orson Welles reist in europäische und amerikanische Landschaften, die Welles gut kannte, nach Italien, Spanien, Kalifornien und Arizona. Cousins Film stellt Jahrzehnte überspannende Verbindungen her und kreiert feinsinnig einen Dialog zwischen „seiner“ und „unserer“ Welt.

(mlf)

Mark Cousins

Mark Cousins ist ein nordirischer Filmemacher und Autor, wohnhaft in Edinburgh. Zu seinen Re-giearbeiten gehören „A Story of Film: An Odyssey“, ein epischer, 15-stündiger Dokumentarfilm, der mit dem Peabody Award und dem Stanley Kubrick Award ausgezeichnet wurde, „A Story of Children and Film,“ ein langer Dokumentarfilm, der Premiere in Cannes feierte und 2014 bei DOKU-ARTS gezeigt wurde, „I Am Belfast“, ein lyrischer Essayfilm über seine Heimatstadt, sowie sein Spielfilmdebüt „Stockholm My Love“, ein Musical mit Musik von Neneh Cherry, die ebenfalls die Hauptrolle im Film spielt. Cousins‘ jüngstes Buch „The Story of Looking“ wurde 2017 bei Canongate veröffentlicht.