Indus Blues

„Indus Blues" erzählt von der bedrohten Welt traditioneller Musiker in Pakistan, einem Land, das über seine politischen und ökonomischen Probleme hinaus in einer tiefen Identitätskrise steckt. Die Anfangsszene zeigt, wie der letzte noch lebende Sarinda-Spieler Pakistans bei einem Auftritt vor der Universität Peschawar von Passanten mit den Worten „Dies ist nicht unsere Kultur“ zum Aufhören genötigt wird. Eine einstmals identitätsstiftende Volkskultur wird zwischen westlich orientierter Popindustrie und islamistischem Gesinnungsterror aufgerieben.
Jawad Sharif versammelt die verbliebenen Meister pakistanischer Volksmusik und bringt uns nicht nur ihre Musik nahe, sondern eröffnet über ihre Schicksale und ihre enge Beziehung zu den Instrumentenbauern faszinierende Einblicke in eine reiche Tradition. Sharifs atemberaubende Bilder der Landschaften Pakistans zeigen den Schauplatz des Überlebenskampfes einer Kultur, die sich an die dörflichen Ränder gedrängt sieht.

(sth)

Jawad Sharif

Jawad Sharif ist ein preisgekrönter Filmregisseur, der Anerkennung dafür erlangt hat, sich in seinen Filmen mit wenig beachteten sozialen Themen auseinanderzusetzen. Bekannt für seinen charakteristischen visuellen Erzählstil, wurde Sharif mit zahlreichen Preisen bedacht, u.a. für seinen Film K2 & the Invisible Footmen, der weltweit aufgeführt wurde. Mit seinem Dokumentarfilm „Indus Blues" will Sharif die Aufmerksamkeit auf eine Kunstform lenken, die ihm persönlich am Herzen liegt. Sharif ist Alumnus der UCLA, des Swedish Film Institutes und des Instituts für Auslandsbeziehungen und Gründer der in Islamabad ansässigen Produktionsfirma Bipolar Films.