Five Seasons - The Gardens of Piet Oudolf

Der niederländische Garten- und Landschaftsarchitekt Piet Oudolf, unter anderem bekannt für die gemeinsam mit Diller Scofidio + Renfro geplante New Yorker High Line, steht für eine neue Gartenkunst. „Pflanzen sind Charaktere, ich stelle sie auf eine Bühne und komponiere mit ihnen“, bringt Oudolf seinen künstlerischen Ansatz in Thomas Pipers Porträt auf den Punkt. Der Filmemacher macht Oudolfs kreative Prozesse und Ansichten sichtbar: von den ersten Zeichnungen und Plänen über seine philosophischen und ästhetischen Überzeugungen bis hin zu den ökologischen Implikationen seines Schaffens. Durch vielfältige Lichtstimmungen und Tiefenschärfen, ungewöhnliche Kadrierungen und Farbgestaltungen gelingt es ihm, die kontemplative Atmosphäre und wechselhaften Stimmungen von Oudolfs Gartenkunstwerken in Szene zu setzen. Piper vermittelt eine emotionale Bandbreite, die immer auch die Vergänglichkeit der Schönheit und die Schönheit des Vergänglichen in sich birgt.

(sth)

Piet Oudolf

Piet Oudolf wurde 1944 in Haarlem in den Niederlande geboren. Seit 1982 lebt und arbeitet er in Hummelo, einem Dorf im Osten der Niederlande, wo er mit seiner Frau eine Staudengärtnerei gründete. Sein Garten wurde berühmt für den radikalen Zugang zum Gartendesign. Darüberhinaus war Oudolf Mitbegründer von Future Plants, einer Firma, die sich auf die Auswahl, den Anbau, die Zucht und den Schutz von Pflanzen für Landschaftsarchitektur und öffentliche Flächen spezialisiert. Zu seinen Projekten gehören u.a. No. 5 Culture Chanel, Paris, die New Yorker High Line, der Lurie Garden im Millennium Park, Chicago, der Innengarten des Serpentine Gallery Pavilion in London und der Giardino delle Vergini, der für die Biennale in Venedig neu gestaltet wurde. Als Autor war Oudolf an Publikationen wie „Planting: A New Perspective“ (2013), „Landscapes in Landscapes“ (2011), „Gardening with Grasses“ (1998), „Designing with Plants and Planting De-sign“ (1999), „Dream Plants for the Natural Garden“ (2000), „Planting the Natural Garden“ (2003) und „Planting Design: Gardens in Time and Space“ (2005) beteiligt. Zuletzt wurde der zu den inter-national gefragtesten Landschaftsarchitekten gehörende und vom Wall Street Journal als „Rock Star“ unter den Gartengestaltern bezeichnete Niederländer für seine Entwicklung radikaler Ideen in „Planting Design“ (2012) mit dem Honorary Fellowship der RIBA und dem Prince Bernard Cultural Foundation Award ausgezeichnet.

Thomas Piper

Thomas Piper ist ein preisgekrönter Dokumentarfilmer, spezialisiert auf die Dokumentation zeitgenössischer Kunst. Er führte Regie und war Kameramann bei über 30 Produktionen unter anderem über die Künstler Pablo Picasso, Ellsworth Kelly, Sol LeWitt, Alex Katz und Kiki Smith, die Architekt*innen Frank Lloyd Wright, Peter Eisenman, Jeanne Gang, Diller Scofidio + Renfro, Thom Mayne, Jean Nouvel und Steven Holl, sowie den Schriftsteller James Salter. Piper leitet die Produktion der Checkerboard Film Foundation und ist dort verantwortlich für Regie, Kamera und Schnitt von Langdokumentarfilmen über Menschen, die bedeutende Beiträge zur zeitgenössischen Kunst geleistet haben.