The Haendel Variations

„The Haendel Variations" ist ein sehr ungewöhnliches Künstlerinnenporträt. Anstatt die lange Karriere der großen Violinistin Ida Haendel in den Fokus zu nehmen, konzentriert sich die deutsch-polnische Filmemacherin Christine Jezior auf das Hier und Jetzt der mittlerweile 90-jährigen Musikerin, Lehrerin und Humanistin.
Ida Haendel gilt in Musikerkreisen als eine Legende, umso erstaunlicher ist es, dass sich Jezior auf das zwischen 2009 und 2017 entstandene Filmmaterial stützt, also auf das Ende ihrer Karriere, den Verlust der Fingerfertigkeit, Stunden der Einsamkeit. Und doch erfasst sie gerade dadurch die Essenz dieser Ausnahmekünstlerin, für die Musik und Leben untrennbar zusammengehören. Wenn Ida Haendels Finger versagen, singt sie, und wenn sie nicht singt, lebt sie mit ungebrochener Virtuosität. Es ist deshalb stimmig, dass Jezior ihrem Film eine musikalische Struktur gibt. Klug durchdacht schafft sie eine Bühne, die Ida Haendel mit Grandeur und großzügiger Leichtigkeit füllt.

(abe)

Christine Jezior

Christine Jezoir (geb. 1961 in Polen) ist eine Filmproduzentin, -autorin und Künstlermanage-rin. Seit 1986 lebt sie in Deutschland. Sie ist Gründerin der Künstleragentur KONZERT-AGENTUR 2000 sowie Mitbegründerin der Filmproduktionsfirma MAAM (Multimedia, Art and More) und Vorstandsmitglied des Filmbüro Bremen e.V.
Ihre Filmografie beinhaltet zahlreiche bei internationalen Filmfestivals nominierte und ausge-zeichnete Dokumentar-Langfilme über musikbezogene Themen wie „I’ll Play It for You" (2008), „Ida Haendel - This Is My Heritage" (2011) und Why Competitions (2011) sowie experimentelle Musik-Videoclips für zeitgenössische klassische Musik. Ihr Dokumentarfilm „The Haendel Variations" (2018) wurde bei den Hofer Filmtagen 2018 für den GRANIT-Dokumentarfilmpreis nominiert und im Rahmen des European Film Market 2019 auf der Berlinale gezeigt.