Up the Mountain / Huo shan

Yang Zhang gibt sein Dokumentarfilmdebüt mit dem Porträt einer abgelegenen Bergdorfgemeinschaft in der chinesischen Provinz Yúnnán. Wie in vielen traditionellen Gesellschaften wandert auch hier die Jugend in die Städte ab. Doch es gibt eine Besonderheit: Das Dorf hat eine Kunstschule. Die Schülerinnen und Schüler sind, mit einer Ausnahme, die älteren Frauen des Dorfes. Geleitet wird die Schule von einem aus Shanghai stammenden Künstler.
„... ist der Vergangenheitscharakter einer Geschichte nicht desto tiefer, vollkommener und märchenhafter, je dichter ‚vorher‘ sie spielt?“, schreibt Thomas Mann in seiner Vorrede zum Zauberberg. Auf dem Berg in „Up the Mountain" kommen sich Vergangenheit und Gegenwart so nah, dass der märchenhafte Charakter der Geschichte wundersame Blüten treibt. Zhang findet Bilder, deren malerische Schönheit ans Unwirkliche grenzt und die wie ein Echo auf die Bilder der Künstlerinnen antworten, die das Dorfleben beschreiben. Dabei erzählt Zhang mit einer subversiven Ironie, die offen lässt, ob sie sich an das Betrachtete oder den Betrachter richten.

(abe)

Yang Zhang

Yang Zhang wurde 1967 in Peking, China geboren. Er studierte am Director’s Department der Central Theatre Academy. Seine Arbeiten, darunter das romantische Drama „Spicy Love Soup" (1997), die Road Movies/Kömodien „Getting Home" (2007) und Full Circle (2012) sowie die Dramen „Sunflower" (2004) und „Soul on a String" (2016) erhielten internationale Anerkennung. Seine Filme wurden ausgezeichnet auf Festivals wie dem San Sebastián International Film Festival, der Berli-nale, dem Stockholm Film Festival oder dem Tokyo International Film Festival ausgezeichnet. In den letzten Jahren wandte sich Yang dem dokumentarischen Genre zu und drehte seinen ersten langen Dokumentarfilm „Paths of the Soul" (2015), der seine Premiere beim Toronto International Film Festival feierte.