DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
19.09.–14.10.2012

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O Nervo de Prata, As Férias do Investigador, Derrapagem no Éden, Um Olhar em Segredo

Drei außergewöhnliche experimentelle Portraits der zeitgenössischen brasilianischen Künstler Tunga, Milton Machado und Cildo Meireles sowie ein filmisches Essay über Fotografie und Gedächtnis – allesamt vom vielseitigen brasilianischen Künstler, Filmemacher und Autor Arthur Omar – entführen in ungewöhnliche Universen und rätselhafte Reiche. Die paradoxale Welt des Künstlers Tunga wird in O Nervo de Prata durch dessen Skulpturen vorgestellt, einem Mix aus archaischen Emotionen und einer leichten Ahnung von Hightech: In einen Tunnel ohne Anfang und Ende geworfen, erwarten den Zuschauer extreme Begegnungen mit siamesischen Zwillingen und verflochtenen Schlangen.
Das Video As Férias do Investigador wiederum, das sich mit Machado auseinandersetzt, fliegt durch die Wolken, besucht Fabriken und bedrängt einen merkwürdigen Schlagzeuger, der zwischen griechischen Statuen spielt.
In Derrapagem no Éden werden verschiedene Installationen von Meireles auseinandergebaut. Fragen in Bezug auf Kunst, Fotografie, Geld und Schnelligkeit tauchen auf und verschwinden wieder, ohne Spuren oder Erklärungen zu hinterlassen – Kunst wird als ein Schleudern gezeigt, als Unfall, der zu schnell abläuft, um damit zurechtkommen zu können.
In dem Film-Essay Um Olhar em Segredo wird dem Zuschauer schließlich in jeder Sequenz ein anderer Aspekt der fotografischen Wahrnehmung als einer aufsteigenden Erfahrung präsentiert. Komponiert aus kleinen in Afghanistan, Kuba und Brasilien gedrehten Fragmenten, die der Fotografie, der Kamera, dem Augenblick und der Ekstase gewidmet sind, stellt der Autor einige persönliche Ideen über Fotografie und Gedächtnis vor.

Arthur Omar

Arthur Omar ist einer der vielseitigsten Künstler und Experimentalfilmemacher Brasiliens, der seit den 1970er Jahren in seinen Dokumentar-filmen, Fotografien, Texten und Videoinstallationen neue Methoden der Visuellen Anthro-pologie entwickelt. Sein Film Triste Trópico (1974) gilt als Klassiker des brasilianischen Kinos. An der Biennale in São Paulo nahm Omar zweimal teil und das MoMA widmete ihm 1999 eine umfassende Retrospektive seiner Filme und Videos. Omar veröffentlichte mehrere Bücher über Fotografie und Theorie, u. a. Antropologia da Face gloriosa (1997), O Esplendor dos Contrários (2002) und Viagem ao Afeganistão (2010, mit einem Vorwort von Antonio Negri).