DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
19.09.–14.10.2012

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Mandala

„Sechs Mönche aus Bhutan, die meisten von ihnen sind zum ersten Mal im Ausland. Sie sind gekommen, um in der Bochumer Jahrhundert­halle etwas Außergewöhnliches zu schaffen: ein traditionelles Sandmandala, fünf mal fünf Meter groß – es gilt als das bisher größte der Welt. Zehn Tage lang werden sie von morgens bis abends in der Jahrhunderthalle in Bochum in größter Konzentration ein Chakrasamvara-Mandala streuen. Dabei entstehen Bilder von Gottheiten, Palästen, Mauern, Geistern und vielfachen Symbolen, die in ihrer Ausdiffe­renzierung, Vielfalt und Farbigkeit erstaunen. Und dann fast wie ein Schock – unmittelbar nach der Fertigstellung des Mandalas wird es in einer rituellen Zeremonie wieder zerstört. Der zusammengekehrte Sand wird noch in der folgenden Nacht in einen nahen Fluss geschüttet, um so wieder in die Kreisläufe der Natur zurückzukehren. Wir schauen zu und versuchen, die Konzentration, die Ruhe und Genauigkeit der Arbeit der Mönche unseren Bildern mitzugeben. Auch die Fremdheit. Ab und zu erklärt einer der Mönche, was wir gerade sehen, was vor sich geht und was es für eine Bewandtnis mit dem Sand und den Motiven des Mandala hat. Auf weitere Erklärungen und Kommentare von Dritten verzichtet der Film, so hat er selbst etwas von einer Bild-Meditation, nicht esote­risch und nicht vordergründig, aber doch in der Ruhe, der Stille, der Konzentration.“ (Christoph Hübner und Gabriele Voss)

Christoph Hübner, Gabriele Voss

Christoph Hübner absolvierte ein Regie-Studium in München und macht seit 1975 Filme für Kino und Fernsehen. Er ist Mitbegründer des Ruhrfilmzentrums, gründete eine eigene Filmproduktion und beteiligt sich am Europäischen Dokumentarfilminstitut. Hübner arbeitet überwiegend an langen Dokumentarfilmen, die oft in Zyklen laufen. Von 1994 bis 2000 entwickelte er das Projekt Dokumentarisch arbeiten, in dessen 13 Folgen er sich u. a. mit Regisseuren wie Johan van der Keuken, Volker Koepp und Klaus Wildenhahn über das Spezifische des Dokumentarischen unterhält. Gabriele Voss promovierte über Wahrnehmungstheorie und Ästhetik und setzt seit 1975 ihren Schwerpunkt in der Filmarbeit für Kino und Fernsehen auf Montage, Dramaturgie und Buch. Neben der Beteiligung an mehr als 30 Filmen von Hübner über-nahm sie zahlreiche Dozenturen und Lehraufträge. Zu ihren verschiedenen Veröffentlichungen zählen Buch und Film Schnitte in Raum und Zeit (2006). Hübner und Voss wurden mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u. a. Adolf Grimme Preis, Kunstpreis der Stadt Witten, Verdienstorden des Landes NRW.