DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
19.09.–14.10.2012

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Nainsukh

Der 1977 geborene Regisseur Amit Dutta gilt als einer der wichtigsten Experimentalfilmemacher Indiens, dessen Filme unter anderem regelmäßig bei den Filmfestspielen in Venedig zu sehen sind. Duttas neuer Film Nainsukh rekonstruiert an Originalschauplätzen mit Laiendarstellern und einem professionellen Miniaturenmaler in der Hauptrolle ausgehend von 42 Miniaturzeichnungen lebendige Szenen aus dem Leben des nordindischen Malers Nainsukh (1710–1778). In grandiosen filmischen Bildkompositionen erkundet der Film die Motive, Arbeitsprozesse, Landschaften und Lebenssituationen des Malers und seiner Werke. Fernab von modischen Reenactments, jenseits abgestandener Tableaux vivants, auf folkloristische Elemente verzichtend und fein ausbalancierend zwischen dokumentarischer Herangehensweise und spielerischer Handlung, entwickelt Dutta in Nainsukh eine eigene Bildsprache, die in ihrem ruhigen Rhythmus eine ungeheure Sogwirkung entfaltet. Entstanden ist ein erstaunlicher Film in der Auseinandersetzung mit der indischen Kunstgeschichte und der Werk-Interpretation eines ihrer größten Maler.

Amit Dutta

Amit Dutta, 1977 in Indien geboren, besuchte das Film and Television Institute of India und wird als einer der erfolgreichsten experimentellen Filmemacher seines Landes angesehen. Für seinen Kurzfilm Kramasha gewann er 2007 den FIPRESCI Preis beim Kurzfilmfestival Oberhausen. Sein erster Spielfilm The Man’s Woman and Other Stories bekam eine Special Mention der Jury beim Film Festival Venedig 2009. Mit Eberhard Fischer entstand 2011 zusammen Nainsukh. Fischer ist Kunstsammler und war von 1973 bis 1998 Direktor des Museums Rietberg in Zürich, dem einzigen Kunstmuseum für außereuropäische Kulturen der Schweiz.