DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
19.09.–14.10.2012

save the date: symposium nuances now oct 11

The Dreams of William Golding

Die Londoner Unruhen des letzten Sommers erinnerten uns an die Zerbrechlichkeit jeder noch so fortschrittlichen westlichen Gesellschaft. Kein Schriftsteller verstand diesen „Abgrund der Primitivität“ besser als der he­rausragende britische Autor William Golding. Die Kriegserfahrungen des Schriftstellers, die dieser zunächst im Seegefecht und später als Zeuge der Befreiung der Konzentrationslager sammelte, flößten ihm einen profunden Sinn für die moralische Spannbreite menschlichen Handelns ein. Sein erster und bekanntester Roman Der Herr der Fliegen (1954), der bis zum heutigen Tag 40 Millionen Mal verkauft wurde, beschreibt die Erlebnisse einer Gruppe britischer Schuljungen, die auf einer menschenleeren Insel gestrandet sind, und deren Abstieg zur Grausamkeit. Adam Low erkundet in seinem einfühlsamen Porträt über Goldings internationalen Bestseller hinaus das herausragende Werk des öffentlichkeitsscheuen Literaten, der mit seiner Familie zurückgezogen auf dem englischen Land lebte. Anhand privater Film­aufnahmen gestaltet The Dreams of William Golding darüber hinaus das faszinierende Portrait eines vielseitigen Menschen, für den die Welt trotz ihrer Abgründe stets ungebrochene Schönheiten und bezaubernde Merkwürdigkeiten bereithielt.

Adam Low

Adam Low lebt in London, wo er seine Karriere als Dokumentarfilmemacher bei der BBC begann. Er hat Dokumentarfilme für die BBC-Serien Writers and Places, Omnibus, Global Report und Arena gedreht und auch bekannte Künstler wie Akira Kurosawa, Luchino Visconti, V. S. Naipaul und Francis Bacon (DOKU.ARTS 2006) porträtiert. Von 1991 bis 1997 lebte und arbeitete Low als unabhängiger Produzent und Regisseur in Kapstadt. Seine Arbeiten erhielten zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Prix Italia in 2004 und 2010 den Grierson Award für seinen Film über T. S. Eliot.