DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
19.09.–14.10.2012

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Mark Lewis – Nowhere Land

In seinen berühmten Kurzfilmen befragt der kanadische Filmemacher Mark Lewis zeitgenössische urbane Landschaften und erkundet dabei zugleich Grundelemente der filmischen Sprache, indem er häufig langsame Zooms oder veraltete Techniken wie Rückprojektionen und „Tag-für-Nacht“-Aufnahmen verwendet, um ebenso unheimliche wie erhellende Verbindungen zwischen kompositorischen Verfahren herzustellen. Reinhard Wulf folgt Lewis an die unterschiedlichsten und eigentümlichen Orte, die der Künstler in seinen Filmen festgehalten hat und die ihn noch immer faszinieren. In Reaktion auf die einzigartigen Einblicke in alltägliche Orte des Nowhere Land, des Nirgendwo, führen die beiden einen anhaltenden Dialog, in dem Lewis seine künstlerischen Überzeugungen offenbart. Er beschreibt seine Beweggründe und Entdeckungen ebenso eloquent wie ungezwungen, egal ob es sich um den Parkplatz eines Einkaufszentrums, einen majestätischen See im kanadischen Algonquin Park oder andere urbane Orte handelt. Wulf lässt Lewis die Zeit, seine Gedanken in situ zu entwickeln. Sein Film ist ein fesselndes und intimes Porträt der unorthodoxen Methoden des Künstlers, gefilmt mit derselben Achtung vor und dem Vertrauen zu Bildern, welche auch die Arbeiten von Lewis kennzeichnen.

Reinhard Wulf

Reinhard Wulf (* 1947) veröffentlichte als Filmjournalist Buch- und Zeitschriftenbeiträge u. a. über Douglas Sirk, Billy Wilder und Curtis Bernhardt. Seit 1984 arbeitet er als Fernsehredakteur beim WDR mit dem Arbeitsschwerpunkt künstlerischer Dokumentarfilm/Dokumentationen über Film und bildende Kunst, hierzu zählen die Sendereihen Kinomagazin und Dokumentarisch arbeiten. Als Autor und Regisseur realisierte er zahlreiche Dokumentationen über Künstler und Filmemacher, darunter Claude Sautet, Carl Theodor Dreyer, William Kentridge und Gary Hill. Sein erster langer Dokumentarfilm James Benning – Circling the Image (2003) wurde u. a. bei der Viennale, in Rotterdam und Berlin (DOKU.ARTS 2006) gezeigt. Bevor Wulf Ende 2012 seine Tätigkeit beim WDR beendet, präsentiert er seinen neuen Film bei DOKU.ARTS.