DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
10.09.–12.10.2014

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A Story of Children and Film

Wer meint, formale Filmanalyse sei das Gegenteil von Empathie, wer glaubt, dass die Aufmerksamkeit auf ästhetische Verfahren davon ablenkt zu sehen, was sich an eigentlichen Schicksalen auf der Leinwand entfaltet, dem sei dieser Film ans Herz gelegt – er beweist auf unprätentiöse Art das Gegenteil. Nur selten kommen das Wie und das Was im Meta-Kino so dialektisch daher, wie in Mark Cousins’ persönlich und doch sachlich fundiertem Essay über Kindheitsdarstellungen in Filmen. Der Einstieg erfolgt über Vincent van Gogh und die eigene Nichte – und schon ist man mittendrin in einem assoziativen Sternstunden-Parcours durch eine Filmgeschichte, in der albanische Produktionen Seite an Seite mit Hollywood-Blockbustern wie E.T. stehen. Der kindliche Blick lenkt auch unsere nun für die Mikrokosmen des Alltags maximal sensibilisierten Augen. Es ist ein leidenschaftliches, poetisches Portrait über die Abenteuer der Kindheit wie des Films – Surrealismus, Einsamkeit, Spaß, Zerstörungswut und Unbeholfenheit gesehen in 53 ausgewählten Filmen aus 25 Ländern.

Mark Cousins

Mark Cousins ist ein irischstämmiger Regisseur und nebenberuflicher Moderator und Filmkritiker. In dieser Rolle hat er u. a. David Lynch, Martin Scorsese und Roman Polanski für die Fernsehsendung Scene by Scene interviewt. 2009 realisierten Cousins und die Schauspielerin und Regisseurin Tilda Swinton ein Projekt, in dessen Zuge sie ein 33,5 Tonnen schweres mobiles Kino auf einen riesigen Lkw luden und per Hand durch die schottischen Highlands zogen. Das Ergebnis war ein reisendes Independent-Filmfestival, das eine zentrale Rolle in dem Dokumentarfilm Cinema is Everywhere spielt. Cousins Dokumentation The Story of Film: An Odyssey aus dem Jahr 2011 wurde in Form von 15 einstündigen Folgen auf More4 ausgestrahlt und auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt, inklusive der Berlinale.