DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
10.09.–12.10.2014

save the date: symposium nuances now oct 11

Pokasatelnij protsess: Istorija Pussy Riot

Im Februar 2012 inszenierte das feministische Punkrock-Kollektiv Pussy Riot, maskiert mit ihrem Markenzeichen, den grellen Sturmhauben, einen umstrittenen Auftritt in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Drei Mitglieder des Kollektivs wurden gleich vor Ort verhaftet und anschließend wegen grober Verletzung der öffentlichen Ordnung angeklagt. Der auf dem Sundance-Festival ausgezeichnete Dokumentarfilm Pussy Riot: A Punk Prayer folgt dem Gerichtsprozess und der Verurteilung und legt dabei das menschliche Gesicht hinter der Maske der Provokation frei. Die mediale Aufmerksamkeit rund um das Ereignis war enorm. Bis heute begleiten Blogs, Twitter-Beiträge und Support-Seiten lautstark das Schicksal des Trios. Vieles davon findet sich im Film wieder, doch seine eigentliche Stärke liegt in der sensiblen Art, mit der die Regisseure die Verhandlung gefilmt haben. Die Frauen sind unglaublich eloquent und bewegend. Ihre Verteidigung ist im Grunde ein ebensolcher Akt der „Performance-Kunst“ wie es ihre ursprüngliche Provokation war.

Mike Lerner

Mike Lerner, Oscar-nominierter Produzent, dreht seit 25 Jahren Kunst-, Reise- und Popdokumentationen. Er hat für mehrere internationale Sendeanstalten Filme produziert, darunter BBC, Channel Four, Five, ITV, Discovery, HBO, PBS. Lerner wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einer Oscarnominierung für den besten Dokumentarfilm, mit vier Sundance Awards (Grand Jury, Beste Regie, Publikumspreis, Kamera), mit dem Grierson Award für den besten Dokumentarfilm, dem Prix Italia, mit der Nominierung für zwei Royal Television Society Awards und zwei IDA Awards sowie mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm auf dem Moskau Filmfestival.

Maxim Posdorowkin

Maxim Posdorowkin erster abendfüllender Spielfilm, Capital, ist eine moderne Stadtsymphonie über die Errichtung von Astana, einer utopischen Stadt mitten in Kasachstan. Der Film lief weltweit auf zahlreichen Filmfestivals, wurde in Kunstgalerien gezeigt und international im Fernsehen ausgestrahlt. Zu weiteren Projekten Posdorowkins gehören Citizen Bout (in Postproduktion), eine Dokumentation über den international agierenden Waffenhändler Viktor Bout. Seine kuratorische Arbeit umfasst das Flicker Alley-Boxset Landmarks of Early Soviet Film, das 2012 mit dem Film Heritage Award der National Society of Film Critics prämiert wurde. Posdorowkin besitzt einen Doktortitel der Harvard Universität und ist Mitglied der Harvard Society of Fellows.