DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
10.09.–12.10.2014

save the date: symposium nuances now oct 11

Room 237

Als Hauptkriterium für einen Klassiker gilt das Vorhandensein mehrerer Bedeutungsebenen, mit denen sich das filmische Werk gegen eine vorschnelle Entschlüsselung sperrt. Hier setzt Rodney Aschers Dokumentarfilm über Stanley Kubricks Horrorfilm The Shining (1980) an. Ascher lässt fünf Kommentatoren zu Wort kommen, die ihre je unterschiedliche Sicht auf den Film vorstellen. Wir sind eingeladen, die verschiedenen Lesarten gegeneinander abzuwägen, und geraten in einen spannenden und witzigen interpretatorischen Strudel. Ein Labyrinth der Zeichen tut sich auf in einer spielerischen Meditation über Kubricks Film. Denn im Gegensatz zu einer konventionellen Aneinanderreihung von „talking heads“ erreichen uns in Room 237 die Argumente in konkreter visueller Form. Ascher erweist sich dabei als ein großer Kenner der Filmgeschichte, und seine Verwendung weiterer Filmpassagen, wie beispielsweise aus Murnaus Faust (1926), untermauert auf faszinierende Weise Kubricks Beziehung zur großen europäischen Tradition des Unheimlichen und Erhabenen.

Rodney Ascher

Rodney Ascher ist ein US-amerikanischer Regisseur und Cutter. 2012 gewann er den Fantastic Fest Award für die Beste Regie und den Besten Dokumentarfilm sowie den IDA Creative Achievement Award für den Besten Schnitt. Gemeinsam mit dem Produzenten Vernon Chatman hat er Andy Kaufmans Comedy-Album Andy and His Grandmother bearbeitet. Zu seinen vorherigen Arbeiten zählen zahlreiche Independent-Kurzfilme (darunter der berüchtigte The S From Hell) sowie TV-Werbefilme, Internet-Quickies und Musikvideos (im letzten ließ er Matt & Kim, Soulja Boy und Andrew W.K. ermorden). Einige Jahre zuvor hat er Photo Fictions kuratiert, eine Aufführung narrativer Fotografie in der Show Cave Night Gallery in Los Angeles.