DOKU.ARTS
Zeughauskino Berlin
10.09.–12.10.2014

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Tadao Ando: Von der Leere zur Unendlichkeit

Kaum ein Architekt versteht es so gut, die Gegensätze von Moderne und Tradition in seiner Arbeit in Einklang zu bringen, wie der japanische Autodidakt Tadao Ando, der nicht nur in seiner Heimat wie ein Popstar verehrt wird. Obwohl stets umgeben von einem Hofstaat zuvorkommender Assistenten und ehrfürchtiger Bewunderer, hat sich der Pritzker-Preisträger ohne Universitätsabschluss eine gewisse Selbstironie bewahrt. Wir begleiten Ando in seinem Büro-Alltag in Osaka zwischen eifrigen Angestellten ebenso wie bei Vorträgen vor tausenden Zuhörern. Die sorgfältig kadrierten Einstellungen des Films (beeindruckende Kameraarbeit von Volker Sattel) zeigen einige der Meilensteine seines Schaffens und offenbaren eine unerwartete Harmonie zwischen Seerosen und Sichtbeton. Dem Filmemacher und Architekten Mathias Frick gelingt ein fachkundiger und faszinierender Einblick in die Welt des eigenwilligen Stararchitekten, der sich nicht zurückhält mit seiner kritischen Einschätzung der aktuellen Architektur- und Kulturlandschaft.

Mathias Frick

Mathias Frick ist gelernter Architekt und Regisseur und hat in beiden Berufen mehrjährige praktische Erfahrung. Sein erster langer Dokumentarfilm Beijing 798 – Die Chinesische Avantgarde (2008) beschreibt die Geschichte der Künstlerfabrik 798, die von DDR-Ingenieuren in den 1950er Jahren im Bauhaus Stil errichtet wurde und sich ab 2002 innerhalb weniger Jahre zum internationalen Galerienstandort entwickelt hat. Sein jüngster Film Freistil – Der Jazz und China (2012) befasst sich mit der Renaissance des chinesischen Jazz in Shanghai und Peking – im Spannungsfeld zwischen der Tradition der 1930er Jahre und der momentanen Entwicklung einer eigenen asiatischen musikalischen Identität.